EMKG Schutzleitfäden
Referenzbibliothek der BAuA Schutzleitfäden, die jede EMKG Maßnahmenstufe in konkrete Maßnahmenpakete übersetzen.
Das Ergebnis des EMKG (Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe) ist ein gestuftes Maßnahmenkonzept. Es funktioniert wie ein Baukasten und startet mit den immer umzusetzenden Mindeststandards. Diese umfassen Hygienestandards und eine gute Arbeitspraxis. Die Mindeststandards sind in den Schutzleitfäden der Reihe 100 beschrieben und beziehen sich auf den gesamten Arbeitsbereich. Für die Umsetzung der Mindeststandards ist es wichtig, das Bewusstsein und die Motivation der Beschäftigten zu wecken, damit eigene Verhaltensmuster überdacht und ggf. angepasst werden können.
Für höhere Gefährdungen sind zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Mit dem EMKG lässt sich gezielt prüfen, welche zusätzlichen Maßnahmenstufen notwendig sind. Konkretisiert werden diese über die Schutzleitfäden der Reihe 200 und 300. Bei Gefahrstoffen mit besonders gefährlichen Eigenschaften kann eine zusätzliche Beratung erforderlich sein.
Nummerierung
Alle Schutzleitfäden sind einfach und nachvollziehbar nummeriert. Die erste Ziffer der Reihe entspricht der Maßnahmenstufe:
| Reihe | Maßnahmenstufe | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| 100 / 1000 | Stufe 1 | Mindeststandards: Organisation, Hygiene, freie Lüftung |
| 200 / 2000 | Stufe 2 | Emissionsmindernde Maßnahmen für konkrete Tätigkeiten |
| 300 / 3000 | Stufe 3 | Geschlossene Systeme, integrierte Absaugung |
Zukünftig wird die Nummerierung vierstellig (Reihe 1000, 2000, 3000). Die anderen Ziffern dienen der Nummerierung. Zudem werden Kürzel bei besonderen Schutzleitfäden vorangestellt:
- La für Schutzleitfäden zur sicheren Lagerung von Gefahrstoffen
- PC für Schutzleitfäden des Brand- und Explosionsschutzes
Die Reihe 2000 ist die überarbeitete Fassung der Reihe 200 aus dem BAuA Forschungsprojekt MapS. Bestehende Leitfäden werden schrittweise durch die neuen Versionen ersetzt.
Wann nutze ich welchen Leitfaden?
Nach dem EMKG Assessment für ein Produkt zeigt NextSDS die erforderliche Maßnahmenstufe je Expositionspfad an. Die Schutzleitfäden sind hier nach Stufe sortiert, damit Sie das passende Dokument direkt finden:
- Stufe 1, Mindeststandards für die Grundmaßnahmen, die in jedem Betrieb gelten
- Stufe 2, Emissionsminderung für Tätigkeiten, bei denen der Stoff an der Quelle gefasst werden muss
- Stufe 3, Geschlossene Systeme für Hochrisikotätigkeiten, die eine vollständige Einhausung erfordern
Es kann vorkommen, dass es zu Ihrer Tätigkeit noch keinen Schutzleitfaden gibt. In diesem Fall können Sie andere branchen- oder tätigkeitsspezifische Handlungsempfehlungen bzw. Gefahrstoff- und Produktbewertungen verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter EMKG und standardisierte Arbeitsverfahren.
Praxistipp
Es ist ratsam, dass Sie im Betrieb arbeitende Beschäftigte frühzeitig bei der Gefährdungsbeurteilung zu Rate ziehen. Je mehr interne und externe beratende Personen einbezogen werden, desto höher ist die Akzeptanz bei der Umsetzung.
Referenzdokument
Die BAuA gibt zusätzlich ein zusammenfassendes EMKG Handbuch heraus, das Methode, Gefährlichkeitsgruppen und Verknüpfung mit den Schutzleitfäden erklärt:
Quelle
Die Schutzleitfäden auf den folgenden Seiten werden von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht und sind hier zur einfachen Referenz hinterlegt. Vor der Anwendung sollten Sie immer prüfen, ob auf dem BAuA EMKG Portal eine aktuellere Fassung vorliegt.
Ein chemisches Gemisch einstufen
Geben Sie die Bestandteile eines Gemischs ein und lesen Sie die CLP-Einstufung, die Kennzeichnungselemente je Geltungsbereich und die Transporteinstufung je Verkehrsträger ab.
Maßnahmenstufe 1, Mindeststandards
Organisations- und Hygienemaßnahmen für den gesamten Arbeitsbereich plus zusätzliche Schutzleitfäden für spezifische Tätigkeiten.