Arbeitsplatzrisiken mit dem EMKG bewerten
Führen Sie eine strukturierte Risikobewertung für Inhalation, Haut, Augen, Brand und Lagerung nach dem EMKG-Prinzip des Control Banding durch.
Die Bewertung beantwortet eine einzige Frage: welches Schutzniveau dieses Produkt an diesem Arbeitsplatz braucht. Die Gefahrendaten liest NextSDS aus dem SDB; von Ihnen kommt nur, was im Datenblatt nicht stehen kann, nämlich die eingesetzte Menge und die Art der Handhabung.
EMKG steht für Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe der BAuA.
Eine Bewertung starten
Öffnen Sie ein Produkt in Ihrer Bibliothek und wählen Sie im Menü Verwalten den Eintrag Risikobewertung (EMKG).
Der Assistent umfasst fünf Abschnitte: SDB auswählen, Produktklassifizierung, Expositionswege, Risikobewertung und Bewertungsergebnisse.
SDB auswählen
Wählen Sie, welches verknüpfte Datenblatt bewertet wird. Bei mehreren Varianten können Sie von jeder ausgehen; die Krone kennzeichnet die primäre.

Auch Produkte mit nur einem verknüpften Datenblatt laufen durch diesen Abschnitt. Über SDB ändern kehren Sie später hierher zurück.
Produktklassifizierung
Bestätigen Sie, ob es sich um eine Substanz oder ein Gemisch handelt und ob das Produkt Fest oder Flüssig ist. Wo das SDB eindeutig ist, ist die Auswahl bereits getroffen.

Wählen Sie anschließend die Freisetzungsgruppe, also das Maß dafür, wie leicht das Produkt in die Luft gelangt. Was gefragt wird, hängt vom Aggregatzustand ab:
| Aggregatzustand | Freisetzungsgruppe richtet sich nach |
|---|---|
| Flüssig | Flüchtigkeit. Niedrig heißt Siedepunkt über 150°C oder Dampfdruck unter 5 hPa, Mittel 50-150°C oder 5-250 hPa, Hoch unter 50°C oder über 250 hPa. |
| Fest | Staubbildung. Niedrig - Grobkörnig setzt keinen Staub frei, bei Mittel - Körnig setzt sich der Staub ab, und Hoch - Feines Pulver bleibt Minuten in der Luft. |
Siedepunkt und Dampfdruck aus dem SDB stehen neben den Optionen.
Expositionswege
Wählen Sie, welche Wege bewertet werden. Zu jedem Weg erscheint die Gefahrengruppe des Produkts auf einer Farbskala, deren erster Buchstabe das niedrigste und deren letzter das höchste Risiko bezeichnet.

| Weg | Was bewertet wird | Gruppen |
|---|---|---|
| Inhalations-Exposition | Einatmen von Dämpfen, Stäuben oder Aerosolen | A bis E |
| Haut-/Dermale Exposition | Hautkontakt und Aufnahme über die Haut | HA bis HE |
| Augen-Exposition | Augenkontakt und Reizung | Au-A bis Au-C |
| Brand- und Explosionsgefahr | Entzündbarkeit und Explosionsrisiko | pc-A bis pc-E |
| Lagergefahr | Gefahren bei der Lagerung | La-A bis La-F |
Mindestens ein Weg ist erforderlich. Nur die hier gewählten Wege liefern ein Ergebnis.
Risikobewertung
Beantworten Sie die Fragen zu jedem gewählten Weg.

Geben Sie für die Inhalation an, ob ein Arbeitsplatzgrenzwert (OEL) existiert: ein bekannter Grenzwert legt die Gefahrengruppe unmittelbar fest, statt sie aus den H-Sätzen abzuleiten. Tragen Sie die Mengengruppe je Arbeitsgang ein, bei Flüssigkeiten in Millilitern, Litern oder Kubikmetern, bei Feststoffen in Gramm, Kilogramm oder Tonnen. Danach folgt die Anwendungsmethode: Sprühen setzt die Freisetzungsgruppe zwingend auf hoch. Wird eine Flüssigkeit nicht gesprüht, senkt eine Produktverdünnung mit Wasser sie wieder.
Bei der Haut geben Sie die Effektive Fläche an, wenige Spritzer gegenüber Händen oder Unterarmen, sowie die Dauer des Hautkontakts, unter oder über 15 Minuten täglich. Schutzausrüstung bleibt dabei unberücksichtigt, wiederholter Kontakt wird über den Tag addiert.
Augen-Exposition und Brand- und Explosionsgefahr fragen nur die Mengengruppe ab, vorbelegt aus Ihrer Inhalationsantwort. Die Lagergefahr fragt den Lagerbestand ab: unter 50 kg, bis 200 kg, bis 1 000 kg oder über 1 000 kg.
Bewertungsergebnisse
Jeder bewertete Weg erhält sein eigenes Schutzniveau.

| Schutzniveau | Was es bedeutet |
|---|---|
| Stufe 1: Minimum | Gute Hygienepraxis, allgemeine Lüftung und einfache PSA |
| Stufe 2: Technisch | Technische Maßnahmen wie Absaugung an der Quelle, geschlossene Umfüllsysteme, Atemschutz und Messungen |
| Stufe 3: Geschlossen | Vollständig geschlossene Systeme, automatisierte Handhabung, Atemschutz mit Luftzufuhr, kontinuierliche Messung und Arbeitsfreigaben |
| Experte | Die Bewertung übersteigt das übliche Control Banding. Ziehen Sie eine Arbeitshygienikerin oder eine zugelassene Fachkraft hinzu |
Produktinformationen wiederholt die Grundlage der Bewertung: Produkttyp, Aggregatzustand, die Gefahrenhinweise, Siedepunkt und Dampfdruck sowie das Datum. Damit ist dokumentiert, aus welchen Eingaben dieses Schutzniveau entstand.
Die Bewertung speichern
Ergänzen Sie bei Bedarf einen Kommentar, wählen Sie unter An Arbeitsplätzen speichern die Arbeitsplätze und klicken Sie auf Bewertung speichern. Beim Speichern wandert das Produkt zugleich in das Inventar jedes gewählten Arbeitsplatzes.
Gehört ein Produkt noch zu keinem Arbeitsplatz, gibt es hier nichts auszuwählen. Verknüpfen Sie es zuerst über den Tab Arbeitsplätze des Produkts.
Als PDF exportieren
Im Ergebnisabschnitt lädt PDF exportieren die vollständige Bewertung herunter: alle Eingaben, die Gefahrengruppen und die empfohlenen Maßnahmen.
Wie es weitergeht
Führen Sie für die Stoffe mit dem höchsten Risiko eine ECETOC-TRA-Expositionssimulation durch, um die vorhergesagte Inhalations- und Hautexposition gegen die Grenzwerte zu prüfen. Das hilft besonders dann, wenn Sie belegen müssen, dass die Exposition unter den Grenzwerten bleibt.
Wie Gefahrenstufen berechnet werden
Welche Gefahrenhinweise (H-Sätze) zu welcher Gefahrenstufe gehören, und die Regeln, die daraus die Gesamtstufe eines Produkts bilden.
Betriebsanweisung erstellen
Druckbare Sicherheitskarte mit den wichtigsten Gefahren-, PSA- und Erste-Hilfe-Informationen für ein Produkt erzeugen.